Donnerstag, 27. Februar 2014

Morgengedanken (im Krankenhaus)




Meine Stimmung ahnt der Morgen,
heftet Tropfen, gleichsam Sorgen
ans Fensterglas – ein grauer Tag.

Krankheit lässt dir Zeit zum Grübeln,
zwingt dir Bilder auf mit Übeln,
die nur der Regen malen mag.

Wolken ziehen, werden heller,
Buchenblätter fächeln schneller,
ein Strahlenbündel trifft die Wand.

Nässe trocknet rasch im Lichte.
Der Gedankenschwere Dichte
gibt frohem Mut die Abschiedshand.

Ein großes Ahnen

Frühjahrsahnung weckt der Tag.
Sonnenkringel huschen
durch das Kahlgeäst.
Seenass streichelt sanft das Ufer,
wo die Enten blinzelnd
sich der Strahlen wehren.
Erste Mückenschwärme narren Augen,
mimen vor den Kätzchenweiden
ein Jojo.
Ich bemerke,
wie ein Ahorn zwinkert
- mir zu.

Montag, 17. Februar 2014

Der Ringfasan




Die Scheu verebbt, es siegt der Stolz,
aus schützend dichtem Unterholz
tritt äugend ein Fasanenhahn
mit Schillerkleidern angetan
und zeigt der Federn Glanz.

Er schreitet, lässt sich Zeit und schaut
bevor er vollem Licht vertraut.
Dann führt der Zehen zarte Spur
in kaum verschneite Ackerflur
zum ersten Werbungstanz.






Zum Schlaf bereit




Sie ziehen hin, die schwarzen Boten,
ein Goldrand nimmt dem Wolkendicht
Bedrohlichkeit. Mit feuerroten,
auch gelben Tönen spielt das Licht.

Die Berge schärfen ihre Gipfel,
wie nie der Tag sie zeigen kann.
Ein Wölkchen stößt den Fichtenwipfel
mit windgeformten Fingern an.

Das Dörfchen liegt, zur Nacht bereitet
und blinzelt höchstens da und dort
mit einem Auge. Heimlich schreitet
der Sandmann durch den stillen Ort.

Sonntag, 16. Februar 2014

These are the days ...




Cellosaiten trauern leise,
Geigen bringen frohen Klang
in die wunderschöne Weise.
Tränen schick ich auf die Reise,
tief bewegt mich der Gesang.

Jede Note trägt Gedanken,
jeder Takt fragt nach dem Ziel
meines Wanderns in den Schranken
guten Schicksals. Ich will danken
der Regie in diesem Spiel.

Dieses Lied, es soll erklingen,
wenn mich einst die Flamme nimmt,
mich zum Regenbogen bringen,
zum Crescendo hoch sich schwingen,
wenn der letzte Docht verglimmt.

Fichtensehnsucht


Fichten tauchen  ihre Zweige
in den Mond und seine Meere.
Schwarz der Himmel, schwarz die Wälder,
Tonpapier und Werk der Schere

scheinen Blicke anzuziehen.
Fledermaus und Koboldsreigen
malt die Fantasie. Dein Atem
bricht allein das tiefe Schweigen.

Samstag, 15. Februar 2014

Unaufhaltsam




Schon quert ein Kiebitzschwarm die Felder,
der Wind streicht milder durch die Wälder
und steiler fällt der Strahl.
Die Krähe flattert aus der Buche,
im Sinn die Freude an der Suche
nach Buntem in dem grauen Kahl.

Ein Glöcklein mag sich nicht verstecken,
ja, Blumenschwestern will es wecken
mit zärtlichem Geläut.
Die Zeit der Winterdrohgebärden
ist nicht vorbei, doch neues Werden
fasst Mut und sputet sich ab heut.